Herkunftskennzeichnung auch für Fleisch aus Drittländern

Auch Fleisch, das aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten (sog. Drittländern) in Europa vermarktet wird, muss vollständig gemäß VO(EG) 1760/2000 oder VO(EU) 1337/2013 gekennzeichnet sein. Es gibt jedoch eine Ausnahme: sollten nicht alle Pflichtangaben zur angabe des Geburts- und Mastlandes (bei Rind) bzw. des Aufzuchtslandes (bei Schwein, Schaf, Ziege, Geflügel) vorhanden sein, dann wird folgendermaßen etikettiert:
Rindfleisch: Herkunft: Nicht-EG, geschlachtet in "Ländername" (Art. 15, VO(EG) 1760/2000)
Andere Fleischarten: Aufgezogen außerhalb der EU, geschlachtet in "Ländername" (Art. 6, VO(EU) 1337/2013).

Mittlerweile gibt es jedoch auch in den meisten Ländern außerhalb der EU eine eindeutige Rinderkennzeichnung, so dass bei der Schlachtung die Angaben zum Geburts- und Mastland in der Regel gemacht werden können. Trotzdem gibt es immer noch viele Etiketten, auf denen "Herkunft: Nicht-EG" steht. Häufig gibt es aber eine Erläuterung: "Das Rindfleisch stammt von Tieren, die in xxx geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt wurden". Hierbei handelt es sich natürlich um eine vollständige Herkunftskennzeichnung gem. Art. 13 der VO(EG) 1760/2000. Das "Nicht-EG" steht vielleicht für die Erläuterung, dass ein bestimmtes Land nicht Mitgliedstaat der EU ist.


Freiwillige Angaben zum Fleisch aus Drittländern müssen objektiv, überprüfbar und für die Verbraucher verständlich sein. Eine vorherige behördliche Genehmigung ist nicht erforderlich.

Für Rindfleisch, das gem. VO(EG) 593/2013 ("Hilton-Quote") zollvergünstigt nach Europa eingeführt wird, können die Markteilnehmer weitere Angaben machen: "High Qulity", "Quality", "Fleisch hochwertiger Qualität" und "besondere Rindfleischteilstücke". Die in der Verordnung genannten Voraussetzungen für die Auslobung dieser Angaben müssen jedoch vorliegen.